Das Jahr 2011 ist schon fast zu Ende, und so wurde es Zeit dass langsam aber sicher Zahlen veröffentlicht werden – für 2010. Der Monitoringbericht für 2011 der Bundesnetzagentur bezieht sich also auf das Jahr 2010. Und zeigt auf, was sich wirklich auf dem Markt getan hat im vergangenen Jahr.
2010, ein Jahr steigender Energiekosten
Zum einen hat sich preislich so einiges getan: die Stromkosten sind im vergangenen Jahr angestiegen. Für Gewerbekunden, vor allem aber für private Haushalte. So hat sich das Preisniveau im Vergleich zum Vorjahr um 2 Cents pro Kilowattstunde erhöht.
Auch beim Erdgas haben die Preise im vergangenen Jahr angezogen, um durchschnittlich mehr als 6%. Was jedoch etwas relativiert angesehen werden muss, da die Gaspreise 2009 gesunken sind. Diese sind immer noch vom Erdölpreis abhängig, an diesen gekoppelt – und unterliegt daher größeren Schwankungen.
2010 haben zahlreiche Verbraucher den Anbieter gewechselt
3 Millionen Verbraucher wechselten im Jahre 2010 ihren Stromanbieter – Rekord. Weitere 2,2 Millionen haben zwar nicht den Stromanbieter, jedoch den Tarif gewechselt. Doch längst nicht alle Verbraucher nutzen ihre Wechselmöglichkeiten, etwas weniger als die Hälfte der privaten Haushalte haben noch keinen Stromanbieterwechsel vorgenommen. Und dürften größtenteils zu viel für ihren Strom bezahlen, weil sie sich im Grundversorgertarif befinden.
Besonders erfreulich zeigt sich die Entwicklung auf dem Gasmarkt. Nicht nur was der verstärkte Wettbewerb angeht, auch die Bereitschaft zum Anbieterwechsel. So wechselten in 2010 über 900.000 Haushalte ihren Gasanbieter, was eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Netzausbau im Verzug
Der zügige Ausbau der Stromnetze ist von großer Bedeutung. Und möchte man die Energiewende wie geplant umsetzen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranbringen, so muss hierfür eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Und so wird der Netzausbau auch in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema sein – vor allem dann, wenn sich dieser weiter verzögert. Derzeit seien die Stromnetze stabil, und die Betreiber von Netzen und Kraftwerken haben das Einspeisemanagement wohl im Griff. Künftig müssen die Stromnetze besser auf die schwankende Stromeinspeisung technisch vorbereitet werden. Sie müssen intelligenter werden.
Unser Fazit: der Verbraucher nutzt seine Möglichkeiten
Längst nicht jeder Verbraucher hat die Chance zum Anbieterwechsel genutzt. Oder sich einfach mal mit dem Gasrechner bzw. Stromrechner nach einer günstigeren Alternative in Sachen Strom oder auch Erdgas umgesehen. Doch die Anzahl der wechselbereiten Haushalte steigt – parallel mit den Strompreisen. Verbraucher nehmen hohe Preise für Strom nicht mehr einfach nur hin, wissen um ihre Möglichkeiten die Energiekosten zu senken.