Erneuerbare Energien haben Rückenwind bekommen. Die Energiewende forciert einen Ausbau der regenerativen Stromerzeugung, und so wächst der prozentuale Anteil an Strom aus Erneuerbaren Energien beständig. Gleichzeitig wurden mehrere Atomkraftwerke vom Netz genommen. Und so wird nun in Deutschland mehr Ökostrom als Atomstrom produziert. Was die Atomkraftgegner und Befürworter der Energiewende freut ist der Horror für die Verantwortlichen der Stromnetze. Denn Ökostrom wird nicht gleichmäßig erzeugt. Sondern dann, wenn der Wind weht und die Sonne scheint. Und gerade im Dezember gab es viel Wind. Was die Stromnetze im Norden an seine Belastungsgrenzen gebracht hat. Im Süden hingegen musste man sich Strom aus Österreich beschaffen um eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten. Allein dieser Umstand zeigt wieder einmal, wie unabdingbar die Investition in die Stromnetze ist. Damit der erzeugte Ökostrom auch beim Verbraucher ankommt, verbraucht werden kann wo er gebraucht wird.
Stromerzeugung 2011 in Deutschland: viel Öko, weniger Atom, sehr viel Kohle
Im vergangenen Jahr wurden jetzt veröffentlichten Zahlen des BDEW zufolge 612 Mrd. kWh Strom in Deutschland erzeugt (und etwa 607 Mrd. kWh verbraucht). Braun- und Steinkohle machen mit rund 44% nach wie vor den Großteil der Stromerzeugung aus. Doch Ökostrom hat mit 20% gut aufgeholt, der Anteil von Strom aus Atomkraft ist mit 18% hingegen zurückgegangen. Dass so viel Strom aus Kohle erzeugt wird ist aus Sicht des Umweltschutzes natürlich bedauerlich. Und gerade wenn man von Energiewende spricht sollte dieses Thema eigentlich mehr Beachtung finden. Denn auch wenn moderne Kohlekraftwerke sehr effizient sind: es gibt auch einige ältere Modelle, für die diese Aussage nicht zutrifft. Und realistisch gesehen kann man nicht gegen Atomkraft und Kohlekraft gleichzeitig ankämpfen, das würde sich nicht nur auf die Stromkosten extrem auswirken, sondern auch auf die Stromnetze und die Versorgungssicherheit. Denn gerade Strom aus Kohle ist für die Grundlast unverzichtbar.
Der Dezember 2011: viel Wind, viel Strom
Der vergangene Dezember hat einen Spitzenrekord bei der Windkraft zu verzeichnen: 8,5 Mrd. kWh wurden dank windigem Wetter verzeichnet. Anlass, auf die Probleme mit den Stromnetzen aufmerksam zu machen. Windkraft wird vorrangig in die Stromnetze eingespeist, und während die Netze in Norddeutschland – wo es ja sehr viele Windkraftanlagen (offshore) gibt – mehr als gut ausgelastet waren musste im Süden Deutschlands auf österreichische Stromreserven zurück gegriffen werden. Im Klartext: wir haben viel Strom erzeugt, es aber nicht geschafft ihn dahin zu transportieren wo er benötigt wird.
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