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Ärger mit Flexstrom – um Transparenz und Bonizahlungen

Freitag, 20. Januar 2012 - 20:59

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Der Stromanbieter Flexstrom ist für seine oftmals sehr günstigen Strompakete bekannt. Und bei Ex-Flexstrom-Kunden offenbar auch aufgrund von nicht bezahlten Boni. Und vor allem das Verbraucherportal Verivox hat aktuell Ärger mit Flexstrom. Denn aufgrund mangelnder Verbraucherfreundlichkeit und Transparenz, vor allem aber wegen den nicht an die Kunden bezahlten Boni möchte das Verbraucherportal den Stromanbieter bei der Berechnung (Stromrechner mit Verbraucherschutzfilter) nicht mehr berücksichtigen. Auch hat man jüngst die Zusammenarbeit mit diesem Stromanbieter beendet. So scheint es nun zum Showdown zu kommen. Anwälte, Gerichte und Einstweilige Verfügungen kommen zum Einsatz. In der Kernfrage scheint es um nicht ausgezahlte Boni zu gehen – Flexstrom möchte diese trotz Schiedsspruch der Schlichtungsstelle Energie den betroffenen Ex-Kunden nicht auszahlen. Doch anhand der Informationen und Zahlen stellt sich dem Beobachter vor allem die Frage: wollen sie nicht oder können sie nicht? So manch ein Fakt erinnert doch stark an das letzte Aufbäumen von TelDaFax im vergangenen Jahr. Auch der Vorwurf vom Bund der Energieverbraucher, der nun eine Überprüfung von Flexstrom seitens der Bundesnetzagentur fordert – auch auf seine “wirtschaftliche Leistungsfähigkeit” hin. Denn laut dem Bund der Energieverbraucher liegen die von Flexstrom angebotenen Strompreise unter den Beschaffungskosten.

Die Vorwürfe an TelDaFax: nicht bezahlte Boni

Das Verbraucherportal Verivox hat die Zusammenarbeit mit Flexstrom beendet. Und dies auch auf seiner Website begründet, vor allem die Kundenbeschwerden und der auch sonst anhaltende Ärger mit Flexstrom war hierfür wohl ausschlaggebend. Kunden, die ihren Vertrag zum Ablauf der einjährigen Vertragslaufzeit gekündigt haben, haben keine Bonizahlungen erhalten. Weil sie innerhalb der ersten 12 Monate die Kündigung eingereicht hat – was gemäß der Auffassung, und wohl auch gemäß deren AGBs eine Nichtauszahlung der Boni mit sich bringt. Es gab aufgrund dieser Thematik bereits einige Gerichtsverfahren, die nach Aussage von Flexstrom überwiegend gewonnen wurden. Die Schlichtungsstelle Energie jedoch sah diesen Sachverhalt anders, forderte Flexstrom auf den betroffenen Kunden den Bonus auszuzahlen – was den Stromanbieter jedoch nicht sehr beeindruckte.

Die Reaktion von TelDaFax: Einstweilige Verfügung

Gerade Verivox setzt sich wohl schon seit längerer Zeit mit dem Stromanbieter Flexstrom auseinander, der auch mit Tochterfirmen auf dem Markt aktiv ist. Es geht um Verbraucherfreundlichkeit, um Transparenz bei den AGBs und eben auch um die Boni-Zahlungen. Verivox hat auf seinem Portal auch die Zahl der Kundenbeschwerden beziffert. Die Reaktion von Flexstrom war eine Einstweilige Verfügung. Mit der Begründung, dass die genannte Anzahl nicht korrekt sei. Wie viele Kunden von Flexstrom auch immer sich über nicht ausgezahlten Neukundenboni beklagt hat, ob bei Verivox oder bei der Verbraucherzetrale: es sind wohl nicht wenige. Und das letzte Wörtchen dürfte hier noch nicht gesprochen sein. Aber eines dürfte klar sein: das Vertrauen in den Stromanbieter Flexstrom dürfte unter den aktuellen Vorkommnissen definitiv leiden.

Der Beigeschmack: Bund der Energieverbraucher fordert Überprüfung von Flexstrom

Ein offener Brief an die Bundesnetzagentur, datiert vom 06.01.2012, sorgt für einen bitteren Beigeschmack. Denn hier fordert der Bund der Energieverbraucher die Bundesnetzagentur auf, Flexstrom (und von der Löwenzahn Energie GmbH, welche weitgehend identische Eigentümer hat) einer Überprüfung zu unterziehen. Gerade der Punkt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ist von Interesse. Denn das Vertriebskonzept von Flexstrom erinnert stark an das von TelDaFax, und der Bund der Energieverbraucher wirft Flexstrom eigentlich genau das vor, was TelDaFax praktiziert hat: “Es handelt sich also um ein Vertriebssystem, bei dem aufgrund der Vorauskasse von Neukunden die Stromlieferung von Bestandskunden finanziert wird.” Hinzu kommt, dass die Flexstrom AG 2010 einen Bilanzverlust von 11,5 Millionen Euro, in 2009 von 17,5 Millionen Euro ausgewiesen hat. So darf man sich die Frage stellen, ob es sich bei Flexstrom um ein gesundes Unternehmen handelt. Und auch, ob eine Überprüfung durch die Bundesnetzagentur vielleicht nicht doch eine ganz gute Idee wäre.

Hier der Link zum offenen Brief: Bundesnetzagentur muss Flexstrom und Löwenzahn prüfen

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